[gelöst]Externe HDD oder Stick für Testpinguin nutzen?

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[gelöst]Externe HDD oder Stick für Testpinguin nutzen?

Beitrag  Blindenhund am Di 08 Jan 2013, 12:24

Wer gern mal eine Linux-Version ausprobieren möchte, sollte das über externe Laufwerke machen - es interessiert nicht so wirklich die Geschwindigkeit, als mehr die Funktionalität und die Hardwareunterstützung.

Wichtiger ist es meistens, möglichen "Schaden" vom installiertem Pinguin (und evtl. Win) auf sda zu vermeiden.

Daher: Externe Datenträger dafür nutzen!

A) Stick:
Es sollte schon ein schnellerer Zeitgenosse sein - unter 8MB/s machts nicht wirklich Spass. Man muss installieren und die Erstupdates ziehen; vorher kann man eigentlich nix zur Funktionalität sagen. Und natürlich sollte er deshalb auch nicht kleiner als 8 GB sein!

Also testen wir den mal unter Win mit dem Programm 'h2testw' oder unter Linux mit dem Befehl:
Code:
sudo dd if=/dev/zero of=/dev/sdb1
wobei sdb verifiziert werden muss; es kann auch sdc sein! Ich mache das ohne Parameter um zu sehen, was hinterher läuft, da die meisten Sticks 512er Blockgröße haben und das der Standardparameter ist. Gut - er hat also bei 8 MB/s oder besser.

Jetzt bereiten wir ihn per Gparted vor (Aushängen nicht vergessen!):

Zuallererst gehen wir oben auf Laufwerk und erstellen einen neuen MS-Dos-MBR. Damit ist der Stick blank.

Jetzt eine kleine Überlegung am Rande: Wenn der auch als Rettungsstick für Win-Rechner ohne Linux funktionieren soll, dann brauchen wir SWAP; ansonsten haben wir ja bereits SWAP von unserem Pinguin. Ich habe Multiboot und will nur mal den "neuen" Pingi sehen.

Dann legen wir eine neue Partition an; bei ganz neuen Sticks (also nicht "neu gekauft" sondern wirklich hochaktuelle Hardware!) wegen TRIM in ext4; bei älteren in ext2 (Journailing!):



Ich lasse aus alter Gewohnheit vorn 8MB frei - es wird Platz für Grub und die Kopie vom Superblock gebraucht!!

______________________

B) HDD:
Auf einer HDD ist ja mehr Platz. Also organisieren wir die ein bisschen anders! Auch dort fangen wir mit einem frischen MS-Dos-MBR an. Dann legen wir die erste Partition an:

Vorhergehender freier Speicherplatz (MiB): 8
Neue Größe (MiB): 16384 (16 GB; gerechnet wird MB x 1024)

Bei HDDs wird nicht an MiB sondern an Zylindern ausgerichtet; bitte dran denken und das ändern!!

Primäre Partition; Dateisystem ext4. Danach Button "Hinzufügen".

Achtung: In dieser Maske wird mit der TAB-Taste gearbeitet, damit die Werte durchgerechnet werden!!

Danach haben wir 3 Möglichkeiten:


  • kompletten Rest für Win nutzen --> FAT23 oder NTFS
  • kompletten Rest für Linux nutzen --> ext4
  • Rest aufteilen für Win und Linux (macht Sinn für Datensicherungen und Images!!)

Je nach Entscheidung den Rest als primäre Partitionen durchpartitionieren. Wobei: NACH der letzten Partition lassen wir 32 MB frei!!

Dazu tragen wir bei 'Anschliessender freier Speicherplatz' 32 (sofern da 0 steht - ansonsten den Wert übernehmen!) ein und tabsen uns mit SHIFT-TAB zurück, damit das berechnet wird.

Die Datenpartition bzw. -partitionen sollte man auch gleich Labeln: 'Bezeichnung:' NAME

______________________

Beide Varianten:
Vernünftig durchdacht, brauchen wir nie wieder an die Partitionierung ran - vorausgesetzt, der Superblock schmiert uns nicht ab! Daher sollten wir uns zuallererst den wichtigen Teil des MBR sichern:
Code:
sudo dd if=/dev/sdb of=extern_mbr.bin bs=440 count=1
und packen diese Datei gut weg!! Durch Umdrehen des Befehlen kann man ihn wieder zurücksichern. Vorteil: Wer mal eine Distri mit Grub_Legacy erwischt, bekommt keine Probleme weil sich der nicht installieren lässt, wenn im MBR Grub2 steht!!

Ich habe auch bewusst "nur" 16 GB für den Spielpingi genommen. Diese Größe ist absolut ausreichend.

Jetzt wirds heikel. Wir booten über die zu installierende Distri und wählen dort dann "manuelle Installation" bzw. "etwas anderes machen".

Dann setzen wir auf sdb1 den Mountpoint "/" und lassen den Grub in sdb schreiben. Das ist jetzt ganz wichtig!! Und auch drauf achten, ob es sdb oder sdc ist - wäre blöd, wenn man was zerdeppert. Danach dann installieren... Nach Reboot auf den frisch geschlüpften Pingi wird erst einmal gar nichts gemacht! Zuallererst werden sämtliche Erstupdates gezogen:
Code:
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade
und nach einem erneuten Neustart erst Sprache komplett umgestellt sowie eventuelle zusätzliche Grafiktreiber (möglichst aus den Repos!) aktiviert.

______________________

Anmerkungen:

Der "gewaltige" Vorteil hierbei ist, daß man kein Zwischenboot im Häuptling machen muss, um Grub um den Spielpingi zu erweitern. Alles spielt sich ausschliesslich über das externe Medium ab und somit ist auch das Grub-Menü immer aktuell.

Um irgendwelche Fragen zu vermeiden, sollte man den Testpingi nach der Installation noch labeln. Leider übernimmt das OS das nicht bei der Formatierung. Ein Eintrag wie 'Mint14_Mate' von Haus aus wäre nicht übel. Dann sieht man nämlich im Dateibrowser immer gleich, was drauf ist und muss nicht raten.

Es ist einfach unnötig, einen ausgespielten Pinguin zu löschen. Bei Sticks geht das sogar auf die Lebensdauer. Man lässt ihn einfach drauf und überschreibt ihn mit dem nächsten. Root / muss ja eh formatiert werden! Ich verzichte auch bewusst auf eine Trennung zwischen Root und Home - selbige ist total überflüssig und kostet nur eine zusätzliche Partition.

Beim Stick habe ich keine Größenangabe gemacht; da an MiB ausgerichtet wird, wird die Blockgröße automatisch eingehalten.

Wichtig ist, bei HDDs (oder mehreren Partitionen) mit MB*1024 zu rechnen und an Zylinder auszurichten. Sonst passt die Größe hinterher nicht.

Mit 'Anschliessender freier Speicherplatz' kann man herrlich rechnen. Man muss nur daran denken, die mindestens freizulassenden 32 MB mit einzubeziehen! Das erspart einiges an *Kopfkratz* und Geraffel - Taschenrechner braucht man doch eh... Sollte eine HDD wider Erwarten wirklich mal genau an einer Zylindergrenze enden, ists blöde, wenn man die 32 MB vergisst. Dann bleibt halt der letzte Zylinder unbelegt.

Lücken zwischen den Partitionen sind der Ausrichtung an Zylinder geschuldet - bitte nicht verändern. Es sind eh nur ein paar MB - was sind schon MB auf einer fetten GB-HDD??

Man kann die HDD dann auch als Datengrab nutzen.

Bei den HDDs muss man aufpassen. Diese werden heute nicht umsonst mit dem megakurzem Kabel ausgeliefert! Wenn man ein längeres verwenden will/muss, so muss man zwingend ein Y-Kabel nehmen - sonst gibts Ärger mit der Stromversorgung!

Man könnte die HDD auch mit SWAP versehen; das wäre dann die 3. oder 4. primäre Partition. Dann könnte man damit auch an reine Win-Rechner bzw. Win-Notebooks ran (sofern sie weder UEFI, noch SecureBoot haben).

Zur letzten Anmerkung noch: Wenn man den Stick bzw. die HDD unter Legacy_BIOS eingerichtet hat, läufts nicht unter UEFI. Umgekehrt auch nicht! Wenn obendrein noch SecureBoot ins Spiel kommt, ist total Sabatt. Dann bootet das externe Gerät nicht einmal sofern es nicht auch unter SecureBoot eingerichtet wurde und die Linux-Freigabe (Zertifizierung) im SecureBoot enthalten ist!

Blindenhund
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