Software unter Linux-Mint installieren

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Software unter Linux-Mint installieren

Beitrag  Blindenhund am Sa 13 Aug 2011, 16:33

[Dieser Beitrag soll keine hochgelehrige Abhandlung des Themas sein, sondern Umsteigern ein wenig Verständnis für den "Linux-Way" beibringen!]

Jeder von uns kennt es von Windows - irgendwas fehlt immer. Bei Win gehts schon mit den Gerätetreibern los. Diese sind hier zu über 90 Prozent bereits drinne; eher fehlen liebgewonnene Programme. Was tun? Jeder Windowsianer hat jetzt Juckreiz in den Fingern und kennt da so Seiten wie Chip.de oder ZDNet.de etc. und will da unbedingt hin. Nix da!!

Unter "Linux-Mint" (in Zukunft der Einfachheit halber Linux genannt) läuft das so nicht.

Denn: Unter Windows wird ein programm.exe, programm.msi bzw. programm.zip benötigt; hier aber ein programm.deb bzw. programm.tar.gz(2). Diese sind untereinander nicht kompatibel!

Und der Weg / die Vorgehensweise ist verkehrt! Jeder von uns kennt das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten. Und selbstverständlich gilt das auch für dieses kleine, süsse schwarz-weisse Watscheltier namens Pinguin.

Doch was ist jetzt richtig? Wie immer führen bei Linux mehrere Wege nach "Rom".

Der allereinfachste ist: Es ist bereits installiert aber hat hier aus (lizenzrechtlichen Gründen) einen anderen Namen. Google hilft da selbstredend und bietet Aufklärung!

Der nächsteinfache und richtige Weg ist der über die Paketverwaltung. Hier existieren zwei Wege wobei für Windowsianer wohl zumindest zuerst nur einer attraktiv ist: Synaptic.

Dort im Suchfeld eingeben, was man will (vorher eventuell Google fragen, ob hier das Programm anders heisst, als unter Win!) und man bekommt in Sekundenbruchteilen ein "Angebot". Man kann da auch mit Wildcards oder Teilnamen arbeiten.

Ein nettes Beispiel ist der msn.exe - hier heisst er amsn. Genaugesagt amsn.deb. Aber Synaptic begnügt sich mit "msn" als Suchbegriff. Rechtsklick auf selbigen und dann im aufpoppendem Menu "Zur Installation vormerken" anklicken. Danach wird oben in der Menuleiste der Haken aktiv: "Änderungen anwenden". Klick und drinne ists - Internetverbindung natürlich vorausgesetzt.

Über den Terminal wäre es ein wenig komplizierter für den ungeübten Umsteiger. Ich setze jetzt mal voraus, daß der Einsteigerleitfaden gelesen und verstanden wurde.

Wir geben dort ein

Code:
sudo apt-cache search msn

ein und schauen ganz verdattert auf die Ausgabe. Nöö... Was das denn? Das alles soll rein? Hilfe!! Falsch. Da stehen ein Haufen libs (Libraries = Bibliotheken) und die gehören dazu aber wir müssen diese nicht händisch auf der HDD einmeisseln. Das macht Linux für uns! Interessant ist amsn und Pidgin. Bleiben wir bei amsn:

Code:
sudo apt-get install amsn

und los gehts. Drinne ist er und unser (Angst-)Schweissausbruch war absolut unbegründet.

Was passiert da eigentlich?

Zunächst einmal schaut Linux in die Datei /etc/apt/sources.list. Dort sind die Downloadquellen verzeichnet. Jedes Paket (programm.deb) hat eine Kontrolldatei. In dieser steht drinne, welche Abhängigkeiten das Programm mit sich bringt. Diese Datei wird von apt-get (Synaptic) ausgelesen und an dpkg (dem eigentlichen Installer) übergeben. Dieser ominöse Kollege dpkg schaut jetzt, ob die Library "lib1a2b3c" schon installiert ist. Ja - klasse. Dann fügt er der Datenbank dieser Lib den Eintrag des neuen Programmes hinzu. Nein - dann wird sie installiert und der Name des Programmes als Abhängigkeit vermerkt. (Bei Win würde sie einfach zusätzlich im Verzeichnis C:\Programme\Programmname installiert und wäre sozusagen Ballast, weil mit viel Pech schon X-Mal installiert!)

Genauso gehts auch Rückwärts bei der Deinstallation.

Code:
sudo apt-get remove amsn

entfernt das Programm und auch die Bibliotheken wenn sie nicht von anderen Programmen auch benötigt werden; der Eintrag für amsn wird in jedem Fall entfernt!

Ein kleiner Nachtrag noch und dann soll für hier gut sein. Warum nicht runterladen? Warum über die Paketverwaltung? Ganz einfach. Diese Pakete sind geprüft. Das bedeutet, mit denen kann man seinen Pinguin nicht meucheln. Bei Fremdquellen ist das nicht immer auszuschliessen. Da muss man dann schon richtig Fortgeschrittenwissen haben und schauen, wann das Paket gebaut wurde. Ists zu alt, könnte es heftig werden; ists funkelnagelneu und es steht nicht bei, daß es für "Linux-Mint 9" (Beispiel) geprüft ist, dann kann man sich damit ganz gepflegt Ärger einhandeln.

Den "schweren und gefährlichen" Weg erwähne ich hier nicht. Der ist nicht für Newbies gedacht/geeignet!

Blindenhund
Gelöschter Benutzer

Anmeldedatum : 01.08.11
Ort : /dev/sofa

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten