Freeze für Debian 8 eingeleitet

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Freeze für Debian 8 eingeleitet

Beitrag  Na'vi am Do 06 Nov 2014, 12:26

Debian bereitet sich auf die Veröffentlichung von Debian 8 »Jessie« vor und hat zu diesem Zweck seine Codebasis eingefroren. Eine Veröffentlichung findet erst statt, wenn alle Fehler mit der Einstufung RC (release critical) behoben sind.

Jonathan Wiltshire aus dem Debian-Release-Team erklärte letzte Nacht Debian 8 »Jessie« termingerecht per Mail als eingefroren. Damit leitet Debian die Veröffentlichung von »Jessie« ein. Zeitgleich fand der letzte Migrations-Durchlauf statt, der Pakete von Unstable nach Testing spülte, dem Repository, in dem »Jessie« heranreift und das am Ende des Prozesses als stabil deklariert wird. Das betraf Pakete, die spätestens am 26. Oktober nach Unstable hochgeladen wurden.

Ab sofort muss für Pakete, die in Debian 8 aufgenommen werden sollen, eine Ausnahmegenehmigung (unblock) beantragt werden. Dafür gibt es Kriterien, deren Handhabung im Verlauf des mehrmonatigen Freeze verschärft wird. Für Debian 8 gibt es auch keine Freikarte für Pakete, die zum Freeze-Zeitpunkt bereits in Unstable waren, wie dies bei der Veröffentlichung von Debian 7 »Wheezy« noch der Fall war. Ausnahmegenehmigungen gibt es für Pakete, die RC-Fehler beheben oder die schwerwiegende Fehler in Paketen beheben, die den Kategorien »optional« und »extra« angehören. Hinzu kommen Anpassungen bei Übersetzungen und Dokumentation in Paketen mit Ausnahmegenehmigung.

Derzeit liegen 331 kritische Fehler vor, die vor einer Veröffentlichung behoben werden sollten. Ist dies zeitgerecht nicht möglich, kann das Release-Team entscheiden, nicht essenzielle Pakete aus »Jessie« zu entfernen. Der Freeze betrifft nicht nur den Testing-Zweig, sondern auch Unstable, dessen Paketzufluss mit der Zeit nahezu zum Erliegen kommt. Paket-Maintainer sind angehalten, Pakete, die nicht für »Jessie« gedacht sind, in den Experimental-Zweig zu laden.

Mit einer Veröffentlichung von Debian 8 »Jessie« ist nicht vor dem Frühjahr 2015 zu rechnen. Die Veröffentlichung kann unter Umständen durch einen anstehenden Grundsatzentscheid (General Resolution, GR)zur Handhabung von Init-Systemen verzögert werden. Ansonsten gilt, wie immer bei Debian: Veröffentlicht wird, wenn es fertig ist.

Quelle: Pro-Linux

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Veröffentlichungskandidat von Debian 8.0 erschienen

Beitrag  Na'vi am Di 27 Jan 2015, 12:32

Die Entwickler des Debian-Installers haben den ersten Veröffentlichungskandidaten der Installationsmedien von Debian 8.0 »Jessie« freigegeben.

Der Debian Installer ist die grundlegende Komponente der Debian-Installationsmedien, die für alle zwölf unterstützten Architekturen (einschließlich kfreebsd für 32- und 64-Bit-x86) angeboten werden. Der jetzt veröffentlichte erste Veröffentlichungskandidat ist effektiv auch der Veröffentlichungskandidat von Debian 8.0 selbst, da er ein Abbild des kompletten Debian-Archivs enthält.

Der Veröffentlichungskandidat bringt das neu entwickelte Artwork für Debian 8.0 namens »Lines«. In der i386-Architektur werden die Kernel-Pakete jetzt nicht mehr mit »i486« bezeichnet, da das System auf 486-Prozessoren schon länger nicht mehr läuft, und verwendet daher die Bezeichnung »i586«.

Der Installer benutzt denselben Kernel wie die kommende Version der Linux-Distribution, der auf Linux 3.16 beruht. Wo es für die Unterstützung neuer Hardware nötig ist, wurden allerdings Treiber aus neueren Kernel-Versionen zurückportiert. In der aktuellen Version sind im Installer 75 Sprachen wählbar, davon sind allerdings erst 19 vollständig übersetzt.

Mit dieser Veröffentlichung rückt die Freigabe von Debian 8.0 »Jessie« etwas näher. Die Distribution ist schon seit Anfang November eingefroren und akzeptierte außer einigen geplanten Updates nur noch Fehlerkorrekturen. Laut der Statusseite existieren aber immer noch rund 196 kritische Fehler, von denen erst für ein Viertel eine Korrektur oder anderweitige Klärung vorliegt. Die Freigabe der offiziellen Debian-Version kann demnach trotz dem Aufruf des Projektleiters Lucas Nussbaum nicht mehr vor der Konferenz FOSDEM Anfang Februar in Brüssel erfolgen.

Debian 8.0 bringt unter anderem zwei neue Architekturen, arm64 und ppc64el, während zwei Architekturen aufgegeben wurden, ia64 und Sparc. Die 32-Bit-Architektur s390 wurde durch die 64-Bit-Portierung s390x ersetzt. Diverse andere Portierungen, darunter auch kFreeBSD, sind inoffiziell verfügbar.

Die wohl umstrittenste, aber nicht die größte Änderung ist die Umstellung des Standard-Init-Systems auf Systemd, womit Debian mit Fedora, Opensuse und zahlreichen anderen Distributionen gleichzieht. Andere Init-Systeme werden weiterhin unterstützt. Neben dem Kernel-Update mit erweiterter Hardware-Unterstützung wurden auch zahlreiche Software-Pakete aktualisiert oder neu hinzugefügt. Die Zahl der Pakete ist auf über 43.000 angewachsen, obwohl einige tausend veraltete Pakete entfernt wurden.

Der Standard-Desktop von Debian 8.0 ist Gnome 3.14. Daneben sind KDE 4.11, Xfce 4.10 und LXDE verfügbar. Das Standard-Dateisystem ist weiterhin ext4. Btrfs kann verwendet werden, wenn eine separate /boot-Partition angelegt wird. Die Benutzer können sich zwischen MySQL 5.5 und der weitgehend kompatiblen Alternative MariaDB 10.0 entscheiden.

Quelle: Pro-Linux

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